Stand: 04.08.2026

Die folgenden Inhalte wurden zunächst aus dem sportartübergreifenden Orientierungsrahmen DELTA+ übernommen und werden noch kletterspezifisch geprüft und angepasst. Weitere dort erarbeitete Inhalte können später ergänzt und für das Sportklettern konkretisiert werden.

E2 - kurz und knapp

  • Erste Medaillenplatzierung bei internationalen Spitzenwettkämpfen auf höchstem Wettkampfniveau der jeweiligen Sportart (z. B. Weltmeisterschaften, Olympische Spiele, Paralympics)
  • Aufrechterhaltung von Motivation, Freude am Training und Wettkampf trotz langjähriger Belastung auf höchstem Niveau
  • Aktive Gestaltung der Nachspitzensportzeit und Transfer der Leistungssporterfahrung in weitere berufliche oder ehrenamtliche Funktionen im Sportsystem

beispielhafte Schlüsselereignisse

  • Podiumsplatzierung bei internationalen Spitzenwettkämpfen (z. B. Weltmeisterschaften, Olympische Spiele, Paralympics)
  • Für Sportarten mit professionellen Ligen: Rankings, Titel oder individuelle Auszeichnungen auf höchstem Niveau

Was passiert typischerweise in E2?

In E2 erzielen Athlet*innen erstmals eine Medaillenplatzierung bei internationalen Spitzenwettkämpfen auf höchstem Wettkampfniveau ihrer Sportart, etwa bei Weltmeisterschaften, Olympischen Spielen oder Paralympics. Der Unterschied zu E1 liegt im sportlichen Ergebnis: Während E1 die regelmäßige Teilnahme auf diesem Niveau markiert, steht E2 für den sportlichen Durchbruch zur Medaille. Damit einher gehen häufig eine erhöhte öffentliche Aufmerksamkeit, neue Sponsoring-Möglichkeiten und ein veränderter Status im Sportsystem.¹

Eine besondere Herausforderung dieser Phase ist die Aufrechterhaltung von Motivation und Freude am Training und Wettkampf, trotz langjähriger Belastung, zunehmender Routine und wachsender Konkurrenz durch nachrückende Athlet*innen. Die Qualität des Umfelds und der Betreuung bleibt entscheidend: Trainer*innen, die es schaffen, auch in dieser Phase noch neue Entwicklungsimpulse zu setzen, und ein Unterstützungssystem, das die individuellen Bedürfnisse erfahrener Spitzenathlet*innen ernst nimmt, tragen wesentlich dazu bei, dass Athlet*innen auf diesem Niveau verbleiben.²

Gleichzeitig rückt die Nachspitzensportzeit zunehmend in den Vordergrund. Athlet*innen in E2 bringen einen einzigartigen Erfahrungsschatz mit, etwa an Disziplin, Belastungssteuerung, Teamfähigkeit und Umgang mit Druck, der weit über den Sport hinaus wertvoll ist. Der Transfer dieser Erfahrungen in weitere Funktionen im Sportsystem, etwa als Trainer*in, Mentori*n, Funktionär*in oder in der Sportwissenschaft, ist ein ebenso wertvolles Ergebnis einer gelungenen Entwicklung wie die sportliche Spitzenleistung selbst.³ Die Gestaltung dieses Übergangs sollte nicht dem Karriereende überlassen, sondern frühzeitig und proaktiv angegangen werden.

Referenzen

(1) Weissensteiner, J. R. (2017). Method in the madness: Working towards a viable 'paradigm' for better understanding and supporting the athlete pathway. In Routledge Handbook of Talent Identification and Development in Sport (pp. 133–149). Routledge.

(2) Henriksen, K., Stambulova, N., & Roessler, K. K. (2010). Holistic approach to athletic talent development environments: A successful sailing milieu. Psychology of Sport and Exercise, 11(3), 212–222.

(3) Stambulova, N., Alfermann, D., Statler, T., & Côté, J. (2009). ISSP position stand: Career development and transitions of athletes. International Journal of Sport and Exercise Psychology, 7(4), 395–412.

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